Beruf und Studium unter einem Hut vereint

I.C.S. e.V. Erfahrungsbericht Benedikt
Maschinenbau, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Benedikt Kleinert studierte Maschenbau (B. Eng.) im I.C.S. Modell an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm bei IAV GmbH. Im Anschluss studierte er seinen Master dual mit dem Unternehmen in Wolfenbüttel und promovierte an der TU Ilmenau. Dem I.C.S. e.V. ist er als regelmäßiger Teilnehmer an den students & alumni Events ebenfalls treu geblieben. Im Jahresbericht „Best of efi 2014/15“ der Fakultät Elektrotechnik Feinwerktechnik Informationstechnik erzählt er im Interview, was ihn antreibt und welchen Karriere- Tipp er für Studierende hat.

Sehr geehrter Herr Kleinert, danke, dass Sie sich für unser Interview Zeit nehmen. Sie sind aktuell als Entwicklungsingenieur bei der Firma IAV Automotive Engineering in Gifhorn tätig. Wie dürfen wir uns einen Ihrer Arbeitstage vorstellen?

Dynamisch und keinesfalls langweilig! Der Grund hierfür ist meine noch parallel laufende Promotion! Die eigentliche Planung hat vorgesehen, ab Herbst 2014 nur einen Tag pro Woche auf Arbeit zu verbringen, um meine Promotion fertigstellen zu können. Ein zum damaligen Zeitpunkt laufendes internationales Projekt, bei welchem ich Projektverantwortlicher gewesen bin, ermöglichte dies allerdings nur bedingt. Folglich wurde das Vorhaben auf Anfang 2015 verschoben. Aufgrund meiner parallel laufenden IAV internen Ausbildung zum Teamleiter und den damit verbunden Tätigkeiten ist auch das nicht ganz wie geplant geglückt. Mittlerweile sind alle Messungen für die Promotion abgeschlossen und eine Vertreterregelung gefunden, weswegen ich zuversichtlich bin, dass ich bis Herbst das Projekt Promotion abschließen werde, um anschließend meine Rolle als Teamleiter und Entwicklungsingenieur zu 100% ausüben zu können.

Was macht Ihnen am meisten Spaß an Ihrer Arbeit?

Am meisten Spaß macht mir das Thema. Seit meinem ersten Tag bei IAV in der Abteilung Licht & Sicht habe ich das Interesse an der automobilen Lichttechnik noch nicht verloren. Im Gegenteil, das Interesse wächst sogar stetig. Die automobile Lichttechnik ist sehr innovativ und schnelllebig. Allein ein Blick an die Front – das Gesicht - eines Fahrzeugs verdeutlicht dies. Das schöne dabei ist, dass die automobile Lichttechnik Technik und Design sichtbar vereint.

Sie haben im Jahre 2010 Ihren Bachelor Abschluss an der Georg-Simon-Ohm Hochschule gemacht, die Bachelor-Arbeit absolvierten Sie im CAD Labor bei Prof. Dr. Alexander von Hoffmann. Was fasziniert Sie so an der Lichttechnik?

An der Lichttechnik faszinieren mich die vielen Innovationen und die rasante und kontinuierliche Weiterentwicklung. Die heutige Lichttechnik im Automobil ist wesentlich mehr, als Licht an, Licht aus. Scheinwerfer sind mittlerweile hochkomplexe mechatronische Systeme, bei denen mehrere Sensoren und Aktoren fusionieren, um eine gezielte Ausleuchtung des Verkehrsraums zu ermöglichen und gleichzeitig beste Sichtbedingungen für den Fahrer zu gewährleisten. Besonders fasziniert mich allerdings der Spagat zwischen Technik und Design. Sowohl die Exterieur-, als auch die Interieurbeleuchtung leisten einen wesentlichen Beitrag zur Anmutung eines Fahrzeugs und verleihen dem Fahrzeug seinen Wiedererkennungswert. Dahinter stecken technische Innovationen, zu deren Realisierung man als Entwicklungsingenieur beiträgt.

Der weitere Weg führte Sie nach Wolfenbüttel, wo Sie Ihren Master absolviert haben. Aktuell promovieren Sie an der TU Ilmenau zum Thema ‚Lichttechnik‘. Was treibt Sie an, welche Motivation steht hinter Ihrer Promotion?

Die hauptsächliche Motivation resultiert aus meiner Leidenschaft für die automobile Lichttechnik und dem Wunsch diesen Bereich weiter zu erforschen. Ziel ist es, Anforderungen für eine dynamische blendfreie Abblendlichtverteilung inklusive der damit verbundenen Bewertungsmethoden zu entwickeln. Die Lichtverteilung soll den Fahrkomfort aufrechterhalten und die Verkehrssicherheit erhöhen. Die Bewertungsmethoden sollen während des Entwicklungsprozesses unterstützend zum Einsatz kommen, um frühzeitig eine Aussage über die im Straßenverkehr resultierende Blendung treffen zu können.

Wie schaffen Sie es Promotion, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen?

Alles unter einen Hut zu bringen schaffe ich nur durch die enorme Unterstützung meines Umfeldes. Sowohl meine Vorgesetzten, als auch meine Arbeitskollegen unterstützen mich dabei sehr. Besonders wichtig ist allerdings der Rückhalt in meinem privaten Umfeld. Auch in stressigen Zeiten und bei Rückschlägen unterstützt mich meine Familie stets mental und hat immer ein offenes Ohr für meine Anliegen. Besonders ist es aber meine Freundin, die mich im Alltag sehr unterstützt und mich immer an das Licht am Ende des Tunnels erinnert. Auf diesem Weg möchte ich allen dafür DANKE sagen.

Rückblickend auf Ihr Studium, welche vermittelten Inhalte haben Ihnen für Ihren heutigen Beruf am meisten genützt?

Für meinen heutigen Beruf haben mir am meisten die Vorlesung und das Praktikum Messtechnik bei Professor Stütz (FB Maschinenbau) und die Vorlesung Kfz-Lichttechnik bei Prof. von Hoffmann genützt. Allgemein ist es aber auch die vermittelte Herangehensweise an Aufgabenstellungen, welche einem während des Studiums in diversen Praktika vermittelt wird.

Wenn Sie Ihre Zeit an der GSO anhand von drei Adjektiven beschreiben müssten, welche wären das?

Lehrreich (fürs Leben), spannend und abwechslungsreich.

An was erinnern Sie sich besonders gerne, wenn Sie an Ihre Zeit an der Hochschule zurückdenken? Gibt es so etwas, wie ein Highlight?

Besonders gerne erinnere ich mich an die jeweilige Zeit der Prüfungsvorbereitung, welche ich Semester für Semester mit meinem Kommilitonen und gutem Freund Rainer Gundel bestritten habe. Des Weiteren erinnere ich mich natürlich auch gerne an die Zeit nach den Prüfungen.

Zum Abschluss würde ich Sie gerne noch fragen, ob Sie einen Karriere- Tipp für zukünftige Absolventen haben?

Mein persönlicher Karriere-Tipp für zukünftige Absolventen: Habt stets euer Ziel vor Augen, sprecht über dieses und glaubt an euch!