Wissenschaftsminister Heubisch beeindruckt von I.C.S. Modell

Bildquelle: TH Nürnberg

Die Kombination aus Theorie und Praxis ist bei Studierenden und Unternehmen gefragt

Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch zeigt sich erfreut über die starke Nachfrage: „Das duale Studium ist ein Erfolgsmodell für alle Beteiligten: Den Studierenden bietet sich die Chance auf einen optimalen Berufseinstieg und die Unternehmen gewinnen frühzeitig qualifizierten Nachwuchs an Fach- und Führungskräften mit intensiver Praxiserfahrung.“

Eine besondere Variante des dualen Studiums hat man sich am „OHM“ ausgedacht und beeindruckt den Wissenschaftsminister besonders: das ICS-Fördermodell. ICS steht für „International Cooperative Studies“ und bedeutet, dass besonders erfolgreiche Studierende im 3. Semester für ein Stipendium vorgeschlagen werden können. Das wird von Partnerfirmen des Programms finanziert und beträgt 800 bis 900 Euro pro Monat. Ab dem 5. Semester durchlaufen die Stipendiaten dann intensive Praxisphasen in dem Unternehmen, das sie fördert, und schreiben dort ihre Abschlussarbeit.

Christian Helpap (im Bild mit Margit Wild von Continental am Standort Nürnberg) ist extra wegen des attraktiven Angebots der OHM-Hochschule von Hamburg nach Nürnberg gezogen. Er studiert Werkstofftechnik, daneben arbeitet er bei der Nürnberger Firma Conti Temic GmbH, einer Tochtergesellschaft des Continental-Konzerns, die elektronische Bauelemente für die Automobilindustrie herstellt. Dass ein dualer Student weitaus weniger Freizeit hat als seine „normalen“ Kommilitonen, will Christian nicht bestätigen und lobt die Vorteile des Modells. „Ich habe Urlaub wie jeder andere Arbeitnehmer auch. Dabei habe ich "ein regelmäßiges Einkommen und brauche nicht neben dem Studium zu jobben“.

Auch für Firmen liegen die Vorteile auf der Hand, so Dirk von Vopelius, Präsident der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken: „Sie bekommen keine Absolventen mehr, die zwar viel wissen, aber nichts können. Umgekehrt löst sich das Problem, dass Leute mit Top-Examen keinen Job finden.“

Für Julia Mohr (im Bild mit Michael Lichtner, SSG) stellte sich dieses Problem erst gar nicht. Die ehemalige I.C.S. Förderstudentin der Sparda Software GmbH übernahm früh eigene Projektverantwortung und wurde sofort nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre fest eingestellt. Zwei aktuelle I.C.S. Stipendiaten sind derzeit bei der SSG tätig. „Für eine kleine Firma ist das eine ideale Möglichkeit, um mit den großen bei der Suche nach herausragenden Leuten mitzuhalten“, erklärt der Firmenvertreter Michael Lichtner.

Das Gespräch zum Erfolgsmodell duales Studium fand am 13.09.2012 im Rahmen eines Treffens der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg mit dem Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch in der IHK Nürnberg für Mittelfranken statt.